Transidentität in Deutschland

Da wird einfach bei unserer Geburt von Medizinern unser biologisches Geschlecht beurteilt und danach amtlich das soziale Geschlecht zugeteilt. Dazu gehört auch die Vorgabe von geschlechtlich dazu passenden Vornamen.
Im Verlauf unserer Entwicklung stellen wir fest, dass uns bei Geburt eben das falsche Geschlecht zugewiesen wurde.

Wie ist das mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung? Wird dieser, von Anfang an falsche geschlechtliche Personenstand nun einfach korrigiert?  Nein. Um, wie alle anderen, passende amtliche Papiere zu erhalten, müssen wir erst zwei Gutachter und einen Richter davon überzeugen, dass

  1. wir ausreichend psychisch gesund und intelligent sind .
  2. wir tatsächlich eine geschlechtliche Identität (gender) besitzen, die nicht unserem körperlichen Geschlecht (sexus) entspricht und das auch immer so bleiben wird.
  3. und diese Gutachter und den Richter müssen wir selbst bezahlen (außer wir sind arm genug).

Nach wie vor werden auch in Deutschland an Säuglingen mit uneindeutigen körperlichen Geschlechtsmerkmale verstümmelnde Operationen durchgeführt, um ihren Körper einem „Normgeschlecht“ anzugleichen. Der Operateur entscheidet dabei oft nach seinem persönlichen Gusto und bleibt ungeachtet der Folgen immer noch straffrei. Transsexuelle werden von großen Teilen unserer Gesellschaft immer noch als nicht schutzwürdig betrachtet. In Verbindung mit fehlender sozialer Akzeptanz und Anerkennung führt dies zu
Diskriminierung oder sogar Verfolgung.

  • Leichter als solche erkennbare Transsexuelle werden zum „Freiwild“ für jugendlichen Gruppen mit hohem Aggressionslevel.
  • Viele Transsexuelle können sich nicht „outen“ aus (berechtigter) Angst vor den erheblichen negativen Folgen für ihre soziale Existenz (Partner, Familie Arbeit, Schule, etc.).
  • Einige Krankenkassen behandeln ihre transsexuellen Kunden wie Feinde.

Diese Lebensumstände setzen Trans- und Intersexuellen auch psychisch stark zu. Viele leiden an Depressionen und Angstzuständen. Die Suizidalität ist bei nicht umfassend behandelten Transsexuellen besonders hoch. Oft werden diejenigen dann nur noch als psychisch beschädigt angesehen, während ihre Transsexualität selbst im therapeutischen Kontext kaum mehr berücksichtigt und gesehen wird.
Unser Verein wird durch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände in Bayern gefördert.