Fachaustausch „Geschlecht im Recht: gesetzliche Regelungsbedarfe zur Anerkennung und zum Schutz von geschlechtlicher Vielfalt“

Am heutigen Donnerstag, den 2017-02-16 fand das letzte der Fachgespräche der 18. Legislaturperiode des deutschen Bundestages mit der IMAG (Interministerielle Arbeitsgruppe)  unter Federführung des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend statt.

Neben vielen anderen Fachleuten war auch Petra als Vertreterin von Trans-Ident Erlangen und ich als Vertreterin von TransPeople g.V. mit Trans-Ident Erlangen eingeladen und anwesend.

Für uns war es auch so etwas wie ein Familientreffen mit Partnern wie z.B. Herrn Prof. Dr. med. Friedemann Pfäfflin welcher uns bisher nicht nur beriet oder TSG Gutachten über Mitgliedern von uns erstellte, sondern die wohl größte Kapazität bezüglich der Diagnostik und Indikation von Geschlechtsvariationen  in Deutschland ist. Er geht auch noch zu nachtschlafender Zeit für uns an das Telefon.

Um so mehr traf es uns das Kim Schicklang, die ich sonst schätze,  eine Tirade mit persönlichen Angriffen gegen Prof. Pfäfflin aufführte. Der Herr Pfäfflin musste leiden, da er ja durch Schweigepflicht nichts entgegnen durfte und keine privaten Auseinandersetzung etwas bei solchen Veranstaltungen zu suchen haben. . Dieses Vorgehen von Kim empfinde ich als Entgleisung.

Die Vorwürfe gingen auf einen Gutachtenauftrag  in den 80´er Jahren zurück. Nach Informationen von dritten  kam es bei den Treffen zur Untersuchung zu derart großen Diskrepanzen zwischen den Meinungen und Werten des Gutachters und der Probandin, das eine Fortsetzung der Untersuchungen sicher zu keinem Ergebnis führen konnte. Kim Schicklang brach darauf hin die Untersuchung ab. Dies war bisher einmalig bei Prof. Pfäfflin.

Ich kann kein ehrenrühriges Verhalten dabei erkennen. Auch kann ich die Anwürfe gegen Herrn Professor Pfäfflin nicht verstehen. Im Gegenteil – von den deutschen Sexualwissenschaftlern hat einzig Prof. Pfäfflin Rückgrat bewiesen. Er hat sich nicht der Hamburger  NS-Philosophie angeschlossen. Er war so mutig seine Meinung öffentlich zu wechseln  und auch später neue Erkenntnisse zu akzeptieren und zu propagieren. Dabei verfasste er weiter ethische, medizinische, soziale Schriften.

Legt diese Maßstäbe an andere Ärzte und Psychologen an. Ich kenne viele Menschen an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen welche sehr verantwortungsvoll handeln. Genauer ausgedrückt ich kenne dort niemanden der nicht ethisch einwandfrei handelt.

Ich kenne trotz häufiger Besuche in Hamburg-Eppendorf niemanden dort dem ich ein Menschenleben anvertrauen könnte. Ich finde dort auch kein Mahnmal zu den Massenmorden der Universität Hamburg, Henker waren die Gründer der DGfS, die  von der NSDAP eingesetzten Demagogen Hans Bürger-Prinz, Hans Giese und weitere menschliche Versager.

Es wurden zwei Rechtsgutachten mit Vorschlägen und Begründung  notwendiger Änderungen an den bestehenden Gesetzen  vorgestellt. Beide Gutachten wurden vom Auditorium gelobt, viele Selbsthilfeorganisationen hatten (wie wir von TransPeople g.V. und Trans-Ident Erlangen) schlimmes befürchtet und wurden sehr angenehm überrascht. Die Professionalität und Verständlichkeit der Vorstellungen war zudem sehr gut.

Die Moderatorin Frau Lucy Chebout war Spitzenklasse. Kein – wie wir Franken sagen „geschwafel“ sondern merklich Fachkompetent leitete sie die sehr knappen Redezeiten der Vortragenden auf sympathische Weise fast Punktgenau.

Einen breiten Raum nahm die Untersuchung und Anprangerun g von Geschlechtsverstümmlung an Säuglingen und Kleinkindern mit uneindeutigen anatomischen Geschlechtsmerkmalen ein. Es herrschte Konsens darüber das diese verbotenen Praktiken bestraft werden müssen. Vom dem Verein DGfS (Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsforschung) kam hierzu keine Wortmeldung und weder der Redebeitrag des Herrn Jonas Hamm  noch in der Diskussion war von der vom DGfS eingesetzten  Gruppe mit dem hochtrabenden Namen „Bundesverband Trans*“  zu diesen Verbrechen etwas zu Hören.

Dies vor dem Hintergrund das diese „furchtbaren Ärzte“ dem DGfS angehören.

Ich verneine die Qualifikation des Vereins DGfS über die Schicksale von Menschen mit seltenen Geschlechtsvariationen per Leitlinie zu entscheiden. Ich sehe beim DGfS keinen Paradigmenwechsel zwischen der jüngeren Geschichte und den DGfS Gründern Hans Bürger-Prinz (geschätzt mindestens 12.500 Todesopfer) und Hans Giese und jetzt. Über die anderen furchtbaren Ärzte und Wissenschaftler der Universität Hamburg ist wenig bekannt. Die Universität veröffentlicht keine Informationen zu ihrer NS Geschichte und möchte sie scheinbar auch nicht aufarbeiten. Schlimm!

In dem Gutachten von Dr. Laura Adamietz & Kathrina Bager, unter Mitarbeit von Anne Degner, Luan Kreutschmann, Greta Schabram, werden Beratungen mit Bestätigungen der Kinder, und Altersabhängig der  Elternteile als Voraussetzungen bei jungen Menschen vorgeschlagen.

Verschiedene Organisationen wie Caritas, Malteser …. haben darauf hin erklärt diese Beratungsstellen einzurichten. Es bringt ja Einnahmen. So in der Art wie die Beratungsstellen welche vor legalen Abtreibungen konsultiert werden müssen. Während ich noch verstehe das eine Frau eine andere Frau vielleicht versteht warum ein Kind nicht ausgetragen werden kann / soll stößt schon dieses Thema in  braunen  Parteien oder katholischer „Kirche“ auf Widerstand.

Wir machen ständig die Erfahrung das zwar Hilfsorganisationen von Mitgliedern mit seltenem Geschlecht kontaktiert werden, aber nur mit der Frage wo es Selbsthilfe gibt. Jeder unserer Mitglieder lehnt es ab mit fremden „Normalgeschlechtlichen“ über ihr Geschlecht zu reden.

Nun wollen u.a. auch  katholische Organisationen Kinder und Jugendliche über andere Geschlechter als Mann und Frau  aufklären? Zudem bei unter 14 jährigen auch noch die Eltern davon Überzeugen der Natur des Kindes des zu entsprechen? Wo jede Woche katholische Priester gegen das Teufelsgeschlecht predigen?

Diese sehr gute Idee der Beratung muss auf aktive helfende Betroffenenorganisation beschränkt werden. Dazu müssen Voraussetzungen definiert werden. Eine Gruppe Bundesverband Trans* oder TS Düsseldorf sind heute genau so ungeeignet wie der Verband der Kaninchenzüchter oder die Kirchen.

Es kommt nicht auf Bespaßung und Wegschauen bei Problemen der Betroffenen an, sondern auf echte Beratung mit Expertise durch selbst Betroffene, aktive Hilfen, Krisendienste mit Notrufnummern und Notfalleinsatzgruppen welche rund um die Uhr helfen.

Für mich war die Zeit des Treffens zu kurz. Vieles konnte nur noch oberflächlich angesprochen werden. Die Gutachten konnten nicht einmal durchgelesen werden, da nur das Podium vorab über den Inhalt informiert wurde. Die anderen hatten in der Kürze nur die Projektionsfolien. Ich sehe das als Verachtung der Fachleute. Eine Art MUSS Veranstaltung mit der Prämisse wenn überhaupt entscheiden wir nur selbst. Dazu passt auch die Beauftragung und Finanzierung gerade der DGfS und des UK Hamburg-Eppendorf mit Untersuchungen und Befragungen – ohne die Fachleute überhaupt gehört zu haben.

Die Tonaufzeichnung der Veranstaltung soll vom Familienministerium  in Kürze in das Internet gestellt werden.

Wir sind wieder im WEB präsent

nach monatelanger Abstinenz sind wir nun wieder im Internet erreichbar.

Unsere früheren Internetseiten wurden von Unbekannten „gehackt“ und zum versenden von Spam Mails missbraucht. Deshalb mussten sie geschlossen werden.